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 Schatten des Krieges

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Patrick
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BeitragThema: Schatten des Krieges   Schatten des Krieges I_icon_minitime11/1/2012, 2:18 am

OT: Dieser Thread spielt im Dezember/Julmond des Jahres 2011/16. Jahr Thorwins und damit nach dem Kronthing, welcher Harald Erikson zum Herrscher von Heimdalls Wacht ernannte.
Spielercharaktere sind nicht erwünscht, da diese woanders sind. Wer einen NSC hier spielen will, kann sich einklinken.


Vor mehr als 4 Monden waren die Goden aus Frostheim aufgebrochen. Damals hatten die Mächtigen von Frostheim, die Hersire und Hetmannen, gewusst, dass Krieg aufkommen würde. Dass sie aber schon 3 Monde später einen Boten empfangen würden, welcher davon künden sollte, hatte kaum einer erwartet. Sie hatten die Verhandlungen für langwierig gehalten und sich auf eine lange Abwesenheit der Herrschenden eingestellt.
An besagtem Tag im Nebelung war dann eines der entsandten Schiffe zurückgekehrt und ein Botschafter, Karl Gunnarson, hatte vor den Versammelten laut verkündet:

"Hört Frostheimer! Lange lebtet ihr in Frieden! Und lange waren wir abgegrenzt von unseren Brüdern und Schwestern im Norden. Nun aber hat der Kronthing auf Skargal unseren Großkönig gewählt und den Krieg beschlossen! 20.000 Mann sollen sich an die Seite unserer Brüder stellen und gegen die Totenbeschwörer von Sar Shazar zu Felde ziehen. Odin selbst segnete den Beschluss! Also baut Schiffe, lasst Waffen und Brünne schmieden! Schafft Vorräte herbei und feiert, solange ihr es noch könnt!"

Nun war Julmond. Gunnarson war wieder abgereist und Hersir Godrek Hjørson, der reichste Frostheimer und Sohn des Svadengoden Bergulf Frorgerson, hatte nach einer Versammlung der Mächtigen den Befehl über die Aushebung. Godrek war Händler und unterhielt neben einigen Handelsposten auf Remunia auch eine Flotte aus 10 Knorr. Diese würden als Proviantschiffe dienen, während die Langschiffe, deren Zahl von knapp 20 noch im Hafen liegendenden auf 200 vergrößert werden musste, sollte das Heer tragen.
Godrek saß auf einem Stuhl auf dem Vorplatz von Trutzheim und blickte auf die Eisbucht hinab. Es trafen wieder Handelsschiffe mit Holzladungen ein und lange Karawanen mit Ochsenfuhrwerken brachten Rohmaterial aus dem Landesinneren. Im Hafen wurden neue Schmieden und Werften gebaut und die Produktion von Werkzeugen und Waffen ging voran. Godrek wandte sich an Halvar, seinen engsten Vertrauten und Berater: "Die Arbeiten gehen gut voran." Halvar nickte. "Ja, wir haben bisher 1000 Mann hier versammelt, welche mit den Arbeiten beschäftigt sind. Im Hinterland kann das Herr zusammengeholt werden.", sagte er. "Gut, gut.", sagte Godrek. "Lass die Kunde verbreiten, dass sich das Herr in zwei Monden sammeln soll. Bis dahin sollten die ersten Schiffe bereit zum Auslaufen sein."
Halvar nickte knapp und verschwand.

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BeitragThema: Re: Schatten des Krieges   Schatten des Krieges I_icon_minitime11/1/2012, 4:54 am

UNten am Hafen hatten sich in den letzten Tagen verschiedene Arbeitsbereiche eingeteilt. Die fertigen Schiffe lagen, vom Anleger weg aneinander vertäut, unmittelbar vor der zur Burg führenden Rampe. Westlich dieses Anlegers wurden die Werften eingerichtet, in welchen bis zu acht Schiffe zugleich gefertigt werden konnten. Zwischen den Werften und der Steilklippe wurden die langen Holzstämme gelagert und gespalten.
Auf der Ostseite der Flotte wurde der gesammte Platz von neu errichteten Schmieden ausgefüllt, welche derzeitig Nägel und Werkzeuge, später aber die Rüstungen gefertigt werden sollten.

Oberhalb der Klippen, rund um Trutzheim herum, war eine gewaltige Zeltstadt errichtet worden. Die meisten Zelte waren für die noch nicht eingetroffenen Krieger, während in den vorderen Reihen die Handwerker lebten.

Auch Trutzheim selbst war verändert. In der großen Halle wurden die Hersire untergebracht und auf dem Burghof hatte man lange Lagerzelte errichtet, um gemeinsam mit den Handwerkern die Mahlzeiten einzunehmen und zu feiern.

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BeitragThema: Re: Schatten des Krieges   Schatten des Krieges I_icon_minitime12/1/2012, 7:32 am

Einige Stunden nach Sonnenuntergang saßen nur noch wenige Arbeiter an den Feuern. Wolf und Fjorger hatten sich etwas abseits mit einem handlichen Fass Met und zwei noch vollen Bierkrügen am Rand der Klippen niedergelassen und blickten auf die ruhig daliegenden Schiffe. "Was hast du deinem Weib gesagt? Ich meine, als du losgezogen bist.", fragte Fjorger seinen Gefährten und nippte an seinem Bier. Wolf, eigentlich hieß er Thorgrim, blickte starr in die Ferne. "Die Wahrheit.", sagte er. "Wahrheit? Keiner weiß doch, auf welche Reise der Thing uns schickt." Wolf schüttelte den Kopf. "Aber ich weiß, dass nicht nicht weiß, ob ich überlebe."
Fjorger und Wolf saßen noch eine Weile an dieser Stelle. Beide fürchteten den Krieg. Plünderfahrten oder Überfälle waren eine Sache, aber Krieg eine ganz andere. Dennoch würde keiner der beiden seine Angst offen ansprechen. Wahrscheinlich brauchten sie das auch nicht...

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BeitragThema: Re: Schatten des Krieges   Schatten des Krieges I_icon_minitime13/1/2012, 9:25 am

Im Hinterland spielten sich dieser Tage oft die gleichen Szenen ab. So auch auf dem Hof von Bragi und seiner Frau. Eines Tages war ein Reiter gekommen und hatte ausgerufen, jeder Hof habe einen Waffenfähigen Mann nach Trutzheim zu schicken. Bragi und Yri hatten keinen Sohn, also hatte er selbst begonnen, seine Sachen zu packen. Er nannte einen Speer und seinen Schild sein Eigen und ausreichend wetterfeste Kleidung. Teure Sahen wie eine Brünne oder einen Helm konnte er sich nicht leisten.
"Musst du wirklich gehen?", fragte Yri, als er sich von ihr verabschiedete. Ein ruhiger Wind umspielte ihre Haare und die Sonne brachte ihre tränenfeuchten Augen zum Glänzen. "Ich habe keine Wahl.", antwortete er. "Wenn der Jarl den KRieg beschließt und die Goden ihm zustimmen, kann ich mich nicht wehren." Sie weinte. Er war schon einmal fortgegangen, um af Fahrt zu gehen und schwer verwundet worden. Nun aber ging es in den Krieg. "Versprich mir, dass du wiederkommst!", verlangte Yri. Bragi schüttelte den Kopf. "Das kann ich nicht.", sagte er. "Leb wohl!"

Mit diesen Worten zog er los und sein Weib blickte ihm noch eine nach. Sie wusste nicht woher, aber in diesem Moment wusste sie, dass sie ihn zum letzten Mal sah.

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BeitragThema: Re: Schatten des Krieges   Schatten des Krieges I_icon_minitime4/2/2012, 6:48 am

Godrek Hjørson saß in der großen Halle von Trutzheim und dachte über den Fortschritt nach. 3000 Krieger waren bereits eingetroffen und labte sich an gebratenem Fleisch und Fisch. Halvar saß neben ihm und beobachtete ihn gelassen. "Du wirst an diesem Krieg gut verdienen, Godrek. Du wirst ja sicher deine Bemühen berechnen, oder?", merkte er an. Godrek schmunzelte:"Loki lehrt uns , stets besonnen und zu unserem Vorteil zu handeln." Er griff nach seinem Metbecher und trank. Großzüg troff der Wein über seinen Bart. Halvar lachte nervös. "Dann lass dich nicht von Thorwin erwischen, wen du ihn übervorteilst.", sagte er und ging.

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BeitragThema: Re: Schatten des Krieges   Schatten des Krieges I_icon_minitime5/2/2012, 7:46 am

Einar Wolfsbart war einer der Schiffsführer, welche bereits ein neues Schiff bekommen hatten und nun eine Mannschaft ausbildeten. Er hatte 80 Mann unter seinem Befehl und befehligte die "Sleipnir", ein Langschiff. Er mochte das Schiff und wollte es in die rauen Gewässer im Süden bringen, um es auch im Sturm zu erproben. Noch würde das aber warten müssen, bis seine Mannschaft geübter und die Handgriffe Routine waren. Sein Bootsmann war Kethil der Schweigsame. Sein Beiname war seine Lebenseinstellung, denn er sprach nur sehr selten und dann auch nur wenig. Er und Einar kannten sich schon länger und sie waren enge Freunde.

Es war drei Tage vor der Jahreswende, als Einar das Schiff durch die Storr Narr in Richtung offenes Meer steuerte. Das Segel war gerefft und nur die Muskelkraft der Männer brachte die Sleipnir voran. Die Strömung zog das Schiff mit sich, sodass es immer mehr Fahrt aufnahm. Kethil stand am Vordersteven, welcher in einen schwarzen Wolfskopf endete. Er blickte voraus und gab Einar jene Zeichen, welche ihn sicher durch den Fjord fahren ließen. "RIEMEN HOCH!", brüllte Einar, als sie sich der "engen Frida" näherten, einer Felsformation, welche beim ersten Auslaufen immer durchfahren wurde. Sie war gerade eben breit genug für einen Knorr, wenn die Riemen eingeholt sind. Diese Tradition sollte Glück bringen und der Steuermann sein Geschick beweisen.
Alle hielten die Luft an, als das Schiff in greifbarer Nähe an einem Felsen vorbei glitt. Endlose Herzschläge schien es zu dauern. Dann waren sie vorbei und sie konnten wieder aufatmen.

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BeitragThema: Re: Schatten des Krieges   Schatten des Krieges I_icon_minitime5/2/2012, 11:07 am

Als die Sleipnir auf hohe See kam, ließ Einar Segel setzen. Der Wind trug das Schiff in Richtung Norden, nach Remunia. Kleinere Klöster und Dörfer warteten auf den vorgelagerten Inseln. Wie die Schafe schienen die Bewohner auf den Wolf zu warten und auch nach der Jagd blieben sie auf ihrer Weide. Wie all die anderen Hetmannen nutzte er diese Möglichkeiten, um die Mannschaft auf Schlachten vorzubereiten.

Gegen Mittag ließ Einar die Riemen wieder bemannen. Ein Murren ging durch die Reihen. "Aber der Wind ist doch stark genug!", protestierte Orm. Einar sah den Jungen genauer an. Er war der jüngste unter den Männern und der aufsessigste. "Ihr rudert nicht, damit wir schneller voran kommen, sondern um Übung zu bekommen! Oder willst du rudern, ohne dass der Wind dir hilft!?", sagte er ernst und wandte sich dann an alle. "Ich habe schon Mannschaften vor euch ausgebildet. Erwartet von mir keine Nachsicht, denn die braucht ihr nicht. Nur unter Fleiß wird ein Mann geformt! Also an die Riemen und los!" Es folgten keine weiteren Widerworte.

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BeitragThema: Re: Schatten des Krieges   Schatten des Krieges I_icon_minitime7/2/2012, 5:37 am

Nach zwei Tagen kam endlich wieder Land in Sicht. Hohe Klippen unterbrochen von weiten Hängen bildeten die ersten Ausläufer des remunischen Kontinents. Zu welchem Land diese Region gehörte, wusste Einar nicht. Es war ihm auch egal. Er brauchte nur zu wissen, wo die Dörfer und Klöster lagen.

Am Steuer stand Orm Blauauge, ein junger Draufgänger, welcher der künftige Steuermann sein sollte. Er lernte genau so schnell, wie er sich in eine Prügelei stürzte. "Bring uns in die Bucht dort vorne!", befahl Einar und deutete auf eine schmale Lücke zwischen den Klippen. "Dort werden wir anlanden." Die letzten Worte waren an die ganze Mannschaft gerichtet, woraufhin eiliges Packen begann. "Nur ruhig Blut, Jungs. Die Bucht ist unbewohnt, wir werden von dort aus den Land weg nehmen.", rief Einar und stellte sich zu Kethil an den Bug. Kethil starrte voraus und beobachtete den Sonnenstand. "Wir sind zu früh.", sagte der Schweigsame. "Sie werden noch da sein." Einar nickte. "Ich weiß, eine kleine Überraschung für die Frischlinge. Frischlinge nannte man eigentlich die Jungen von Wildschweinen. Aber auf einen Haufen junger Krieger passte der Begriff ebenso gut. Sie träumten noch von ruhmreichen Schlachten und der Ehre des Sieges. Aber bald schon würden es richtige Schlachtenschweine sein.

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BeitragThema: Re: Schatten des Krieges   Schatten des Krieges I_icon_minitime8/2/2012, 1:46 am

Das Schiff lief bei einer sanften Dünung in die Bucht ein. Beidseitig begrenzten turmhohe Klippen die Bucht, welche nach 400m in einen seichten Kiesstrand überging. Einar gab das Zeichen, die Riemen einzuholen und ging zurück zum Heck. "Wenn wir anlanden, zieht das Schiff ganz auf den Strand. Dann errichtet ein Lager.", befahl er. Kurze Zeit später ging ein Ruck durch das Schiff, als der Kies die Fahrt abbremste. Sofort ging die Mannschaftt von Bord und an langen Tauen aus Walrosshaut wurde die Sleipnir auf das Kiesbett gezogen. Einar beobachtete die Arbeit. Die Frischlinge machten ihre Sache gut und bei einer ebenso effektiven Kampfweise würden schon bald keine Übungen mehr nötig sein.

Auch das Lager wurde rasch und routiniert errichtet. Ein zentrales Lagerfeuer wurde umringt von vier großen Zelten. Jedes dieser Zelte wurde von 20 Mann bewohnt. Die Krieger saßen im Kreis um das Feuer und lauscht den Anweisung Einars: "Bei Morgengrauen bilden wir drei Gruppen. Orm und 9 weitere Krieger werden das Schiff bewachen. 50 Mann werden mit mir vor ein nahe gelegenes Kloster ziehen und dort die Mönche auf sich lenken. Kethil wird mit den restlichen 20 von hinten in das Kloster eindringen. Sobald der Schlachtenlärm über die Mauern dröhnt, greife auch ich mit dem Haupttrupp an."

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BeitragThema: Re: Schatten des Krieges   Schatten des Krieges I_icon_minitime10/2/2012, 8:08 am

Am nächsten Morgen hatte Einar die Pläne wieder verworfen. Warum sollte er nur ein Kloster plündern, wenn ein ganzes Dorf mit Vorräten wartete? Tatsächlich wunderte er sich sogar darüber, denn m vergangenen Jahr gab es das Dorf noch nicht. "Wir werden erst das Dorf angreifen.", erklärte er den Kriegern. "Sie werden ins Kloster flüchten. Und das werden wir erpressen. Mal sehen, was ihnen ihr Leben wert ist. Kethil bleib mit 8 Mann hier." Mit diesen Worten stand er auf und legte sein Kettenhemd an. Die anderen taten es ihm gleich und wenige Augenblicke später waren sie alle kampfbereit. Die meisten trugen Rundschilde und Äxte. Orm und Thorleif waren als Späher mit Bögen bewaffnet. Einar selbst trug neben seinem Rundschild ein Langschwert, wie es in anderen Ländern wie Akandria oder Darien geführt wurde. Der erfahrene Hetmann schickte Orm und Thorleif voraus, während er mit dem Rest in Richtung des Dorfes einen kräftesparenden Marsch begann. Erst hinter einer kleinen Baumgruppe trafen die Späher wieder zum Haupttrupp. "Keine Wachen, dafür aber ungefähr 150 Dörfler.", berichtete Orm. "Heute ist Markt, aber einen Waffenhändler konnte ich nicht sehen. Stoffe und Schmuck, Wolle, Proviant." Einar nickte. "Gut, wir greifen von verschiedenen Seiten an..." Einar erklärte seine Taktik, dann teilte sich der Trupp in drei Teile.



Einar stand mit dem größten der drei Trupps noch immer hinter der kleinen Baumgruppe. Von dieser Position aus beobachtete er, wie die zweite Gruppe sich dem Dorf näherte. Die dritte umging das Dorf, sodass nur der Weg in Richtung des Klosters als Fluchtweg frei blieb. Dann hörte er einen Hornstoß, das Zeichen. Nun war die dritte Gruppe bereit und er setzte sich in Bewegung. Die Schreie der Dorfbewohner verrieten ihm, dass auch die anderen Gruppen angriffen. Panik machte sich unter den Bewohnern breit und die meiste flohen wie erwartet. Nur wenige versuchten Widerstand zu leisten und bezahlten dies mit dem Leben. Die Krieger kannten keine Gnade und schlachteten jeden ab, der nicht rechtzeitig geflohen war.

Auf dem Marktplatz trafen die drei Gruppen wieder aufeinander. Die meisten waren unverletzt. Nur Geir und Harlev waren mit Steinen beworfen worden und wurden von ihren Kameraden gestützt. "Gut gemacht!", sagte Einar. "Orm, du führst 30 Mann vor das Kloster und sorgst dafür, dass niemand es verlässt. Der Rest trägt alles Wertvolle hier zusammen!" Die verstreuten sich..

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BeitragThema: Re: Schatten des Krieges   Schatten des Krieges I_icon_minitime14/2/2012, 4:45 am

Wie sich herausstellte, war das Dorf bettelarm oder hatte seine Schätze zu gut versteckt. Als die Krieger sich wieder auf dem Marktplatz versammelten, trugen sie lediglich vereinzelte Schmuckstücke und brachten zwei Fässer Bier aus dem Gasthaus. Einar runzelte ärgerlich die Stirn und blickte dann in Richtung des Klosters. "Also gut, greifen wir an!", sagte er und setzte sich in Bewegung.

Das Kloster war ein einfacher Holzbau, welcher von einem Erdwall mit Palisade geschützt wurde. Auf dem Torhaus stand einer der geflohenen Dorfbewohner mit einem Jagdbogen. Das Tor war geschlossen. Er schickte Orm aus, um die Befestigung des Klosters weiter auszukundschaften. Der Rest der Krieger versteckte sich im Schatten eines Felsens und kauten Dörrfleisch. Als Orm wiederkam, begann er gleich mit der Beschreibung. "Kein zweites Tor. Das Tor ist der schwächste Punkt. Das Kloster hat keine Wachtürme, also haben wir nur Schützen auf dem Tor zu fürchten.", erzählte er. Einar nickte und skizzierte den Grundriss im weichen Boden. "Zehn von euch werden jeden erschießen, der aus dem Tor will. Wir werden sie zwingen, zu verhandeln. Ansonsten rennen wir das Tor ein."

Sofort gingen Bogenschützen in Stellung, allerdings kam niemand aus dem Tor. Die übrigen Krieger hielten sich außerhalb der Schussreichweite, aber klar sichtbar für jeden Verteidiger. Der Bauer auf dem Tor war mittlerweile den auf ihn geschossenen Pfeilen gewichen. Da Warten begann.

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BeitragThema: Re: Schatten des Krieges   Schatten des Krieges I_icon_minitime15/2/2012, 10:37 am

Einar legte seine Waffen ab und trat, das Zeichen zum Verhandeln machend, vor das Torhaus. Er blieb ungefähr 50 Schritt davor stehen und wartete. Anscheinend wurde er nicht bemerkt. "Will jemand bei euch um sein Leben verhandeln!", rief er. Kurz bewegte sich nichts, dann kletterte ein Mann in dunkler Kutte auf das Tor. "Ich bin Vater Valentin und leite dieses Gotteshaus! Wer bist du, dass du uns belagerst?", rief er zurück. "Einar Wolfsbart, Sohn des Leif Wolfsbart", antwortete Einar. "Ich biete euch Ruhe an, wenn ihr mir alle Schätze und die Hälfte der Vorräte überlast! Tut das nicht, und alle werden sterben!" Der Priester schüttelte den Kopf:"Niemand überfällt ein Kloster, ohne dafür zu büßen. Rette deine Seele, Einar, Sohn des Leif. Aber wenn du kämpfen willst, werden wir dich und deine Leute erwarten!" Er verließ das Torhaus und auch Einar kehrte zu den seinen zurück.

"Sieht so aus, als würden wir doch noch anklopfen müssen.", sagte Harald, ein Junge von knapp mehr als 16 Jahren. Einar schüttelte den Kopf. "Solche Sprüche darfst du dir erlauben, wenn du die in der Schlacht bewiesen hast. Das gilt für alle hier. Unterschätzt eure Feinde nicht, denn sonst werden sie euer Tod.", antwortete er und erläuterte dann seinen Plan.




Am nächsten Morgen hatte die Mannschaft der Sleipnir aus einem gefällten Baum einen Rammbock improvisiert und stellten sich offen vor das Kloster. Auf dem Torhaus standen ein Dutzend Priester und Dörfler, die mit Bögen bewaffnet waren. Einar musterte beide Seiten. "Acht Mann tragen die Ramme. Der Rest muss diese Acht mit den Schilden vor Pfeilen und Steinen schützen.", erklärte Einar, obwohl er dies bereits in der Nacht getan hatte. "Sollte doch einer fallen, wird er sofort ausgewechselt. Und jetzt los." Wortlos hoben 8 Mann die Ramme und die übrigen bilden ein Schilddach. Langsam ging es vorwärts. Erste Pfeile und Steine prallten an den Schilden ab und fielen harmlos auf den Boden. Dann waren sie am Tor und begannen die zerstörerische Arbeit. Das Holz knirschte, hielt aber stand. Auch den zehnten und zwanzigsten Aufprall der Ramme hielt das Tor aus, doch dann brach es mit einem Ruck. Der Baumstamnm wurde fallengelassen und die Krieger stürmten in das Kloster und auf das Torhaus. Letzte Pfeile schwirrten durch die Luft und fanden ihr Ziel in Schultern und Rücken. Orm wurde in den Hals getroffen und sackte röchelnd zu Boden. Harald wurde von drei Dörflern attackiert und regelrecht zerrissen. Dennoch waren die Verteidiger unterlegen und schon nach wenigen Minuten war der Kampf vorbei. 15 Angreifer waren verwundet zwei tot. Die Dorfbewohner und Priester hatten beinahe 30 Männer verloren, da sie keine Rüstungen oder wirkliche Waffen hatten.

Die übriggebliebenen wurden zusammen mit den Frauen und Kindern im Hof zusammen getrieben. Der Hetman stand auf dem Tor und sah alle finster an. "Keiner hätte sterben müssen.", sagte er ernst. "Aber der Stolz dieser Priester tötete eure Väter, Söhne und Brüder. Lebt damit!" Mit diesen Worten gab er das Zeichen zum Aufbruch. Die Beute und die beiden Gefallenen wurden auf Wagen fortgebracht, während die Verwundeten gestützt wurden.

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BeitragThema: Re: Schatten des Krieges   Schatten des Krieges I_icon_minitime17/2/2012, 1:33 am

Trotz der doch beachtlichen Beute war die Stimmung gedrückt. Keiner der jungen Krieger hatte bisher in einer ernsten Schlacht gestanden und kannten nur die Heldensagen oder die Berichte ihrer Väter, die den Kampf immer als etwas großartiges beschrieben. Aber jetzt kannten sie das, was weder Väter noch Sagen berichteten: Tod und Leid. Orm und Harald waren auf zwei Scheiterhaufen aufgebahrt worden und mit Waffen und Rüstung bestückt. Auch einen Teil ihrer Habe gab man ihnen mit.

Einar blickte in die Runde. "Ihr habt heute ein Gesicht des Krieges gesehen. Und es wird auch nicht besser werden.", sagte er. "Wir werden gegen erfahrene Krieger ins Feld ziehen und gegen Totenbeschwörer. Dann werdet ihr auf eure Kameraden treffen, die ihr habt sterben sehen. So geht es unseren Brüdern in Frittgard schon lange. Zu lange." Seine Worte waren das Salz in den Wunden. Er sah Zweifel und Furch in den Gesichtern. "Aber wann und wie ihr sterbt, könnt ihr selbst bestimmen. Der Allvater wird jeden von euch an seinen Taten messen und die Valkyrjar werden die tapferen Gefallenen mit sich nehmen. Was ihr erleben werdet ist nichts anderes, als das Besungene in den Sagen. Aber diese Helden haben überlebt. Und euch wird man auch besingen. Und so, wie wir heute Orm und Harald ehren, wird man euch ehren." Mit diesen Worten stand er auf und trat zum Scheiterhaufen. Die Kameraden der Toten standen auf und bildeten einen Kreis um Einar und die Gefallenen.

Er hebt eine Hand zum Himmel und spricht laut zu Odin: "Großer Allvater, sieh herab auf deine Söhne! Sieh diese Krieger vor uns liegen. In der Schlacht starben sie, als sie tapfer kämpften!" Dann intonierte er die Kriegerklage:

Der Schlachtenlärm verhallt im nichts
Die Augen werden trübe
Die Wunde pocht wie einst das Herz
Des Lebens wirst du müde

Walküren reiten übers Feld
Und bergen Helden dort
Nun tritt die Holde Maid zu dir
Und trägt dich mit sich fort

Du siehst Hermode auf dem Weg
Wird künden bald dem Odin
Von Schlachten dort in Midgards Flur
Die machtvoll lang schon toben

Du siehst die Festung, siehst Tore
Trittst ein durch eins von vielen
Du triffst viele Krieger dort
Die auf dem Schlachtfeld blieben

Du triffst Ahnen, mut'ge Krieger,
Kämpfend ruhmvoll bis zum Fall,
Begrüßen dich an diesem Ort
In unserm heiligen Walhall

So kämpfet ihr den ganzen Tag
Bis ihr vom Blute triefet
Bei Nacht tretet in den Saal
Wo sich die Wunden schließen

Auch mit einst'gen Feinden
Wird gefeiert in der Nacht
Bis zum Ende dieser Zeit
Wenn Ragnarök erwacht


Als das letzte Wort gesprochen war, entzündete Kethil die ölgetränkten Holzscheite mit einer Fackel. Keiner sprach, als die Flammen um die Leiber der Gefallenen züngelten. Ein jeder verband seine eigene Geschichte mit den beiden und jeder erinnerte sich an die vergangenen Monate, in denen sie zu Lande das Kämpfen gelernt hatten und als jeder ein Held aus den Sagen werden wollte.
Als erstes trat Rogald vor: "Ich kannte Harald schon, als wir noch Kinder waren. Unsere Sippen folgen beide den Danen und sind eng befreundet. Damals spielten wir die Wolfsjagd und waren mit kleinen Bögen und Messern unterwegs. Auf einem Hügel sahen wir einen Stein, welcher uns an einen Wolf erinnerte. Also teilten wir uns und wollten von beiden Seiten auf unser Opfer eindringen. Was keiner von uns wusste, oben lag ein echter Wolf und dieser griff mich an. Es war Harald, der mir das Leben rettete. Bis heute konnte ich diese Schuld nicht begleichen. Also will ich mein Blut geben, um dies nun zu tun!" Er zog seinen Sax und trennte zwei Finger seiner linken Hand ab und warf sie ins Feuer. "Odin, geleite ihn sicher und nimm mein Opfer an. Für dich und alle Asen will ich kämpfen, aber schütze meinen Freund Harald!", sagte er abschließend und trat wieder zurück in den Kreis.

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